„Das Gefängnis hat noch nie jemanden besser gemacht“

„Meine Buben“ nennt Wolfgang Riebniger seine Schüler und wenn er über sie spricht, dann merkt man seine Begeisterung für die Jugendarbeit. Mittlerweile längst in Pension erzählt er aus seinem Schulalltag, als würde er immer noch in der Klasse stehen. Und hört man dem charismatischen Mann zu, merkt man auch schnell, dass die „Buben“ allesamt eine schwere Vergangenheit und eine ungewisse Zukunft haben. Riebniger war Jahrzehnte Sonderpädagoge im Jugendgefängnis in der Josefstadt und seine Erlebnisse dienten dem Film „Fuchs im Bau“ des bekannten Regisseurs Aman T. Riahi als Vorlage.

Schülerinnen und Schüler der HAK und HLW Horn durften am Dienstag im Stadtkino Horn die Vorstellung des berührenden und emotional durchaus herausfordernden Films sehen. Im anschließenden Gespräch nahm sich Riebniger lange Zeit, Fragen zu beantworten und plauderte aus dem Nähkästchen. Zwar sei das Gefängnis keinesfalls ein „Ort der Besserung“, er habe jedoch stets versucht, den jungen Insassen auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen Raum für Kreativität und Selbstwahrnehmung zu geben. „Wenn ein aggressiver Gewalttäter plötzlich beginnt zu schreiben, das waren die schönsten Momente“ erzählt Wolfgang Riebniger mit einem Leuchten in den Augen, dass man ihm sofort abnimmt, wie gern er seinen Beruf ausgeübt hat. Viele Szenen aus dem Film hat er wirklich erlebt und ist zurecht stolz darauf, dass Maria Hofstätter in der Rolle der Lehrerin Elisabeth Berger mit großer Schauspielkunst zeigt, wie selbst im Strafvollzug Platz für Menschlichkeit ist.

Ein nachhaltig berührender Vormittag, den das Stadtkino Horn den Schülerinnen und Schülern ermöglicht hat!